Buenos Aires, Argentinien – 04.-11.05.2017

Wer Hektik und Staßenlärm à la Großstadt liebt, der wird auch Buenos Aires lieben. Aus den vormals geplanten vier Tagen, sind dann doch leider knapp acht Tage geworden, was nicht daran lag, dass wir die Stadt so heiß und innig liebten, sondern vielmehr daran, dass wir noch auf Post aus Deutschland warten mussten. An dieser Stelle nochmal ein riesen Dankeschön an meine Mama, die deswegen ständig von Datteln nach Dortmund und zurück gurken musste, um zu gucken, ob die DKB es denn mal endlich geschafft hatte die Kreditkarte zuzuschicken. Ein Händler der DKB hatte sich nämlich kurz vor unserer Abreise noch hacken lassen und die DKB die betroffenen Karten heimlich still und leise gesperrt. Naja, aber zurück zu Buenos Aires. 

Wie bereits erwähnt, unsere lieblings Stadt ist es nicht gerade geworden, da wir auch mehr auf der Suche nach kleinen und ruhigen Städtchen mit traumhaftem Panorama sind. Trotzdem gibt es einige Dinge, die uns wirklich gut gefallen haben, die man aber in vier Tagen auch gut hätte „abfrühstücken“ könnte.

Zum einen wäre dort die Graffiti-Street Art Tour durch San Telmo, das Stadtviertel in dem unser Hostel war. Für mich war dies wirklich mal eine originelle Art und Weise eine Stadt zu erkunden. Die zweieinhalb Stunden vergingen wie im Flug und man bekam viele Informationen über die Geschichte Argentiniens zu hören und das auch noch interessant verpackt. Auch wenn man bei so vielen neuen Infos leider nicht alles behalten konnte, ging man danach doch mit anderen Augen durch die Straßen Buenos Aires‘. Fotos mit kleinen Infos zu den Motiven selbst (zumindest das an was wir uns noch erinnern 😉), gibt es bei facebook unter „ruhrontour – Pia und Kalle erobern die Welt“ oder bei instagram „ruhrontour“ zu sehen. 😊

Zum anderen gab es sonntags noch einen „Antikmarkt“ in San Telmos Straßen. Dieser war von antik zwar weit entfernt und verkaufte eher Nippes aller Art, trotzdem war es wirklich schön durch die belebten Straßen zu schlendern und sich die einzelnen Stände anzuschauen. Leider – oder zum Glück? – fing es im Laufe des Nachmittags an zu regnen und wir flüchteten in einen überdachten Hinterhof, in dem es ein Barbecue und – wie sich später herausstellte – ziemlich gute Livemusik gab. Und wenn die Argentinier eins können, dann Barbecue. 😍 Wir gönnten uns dort also ein Bife de Chorizo, was in Argentinien einfach immer köstlich war, und hörten uns zusammen mit zwei Engländern aus unserem Hostel, die wir dort zufällig trafen, eine Weile Musik von Elvis Presley und Co. an. 😊 Trotz Regen also ein gelungener Tag! 

Auch einen Besuch wert waren die Stadtteile Recoleta und Palermo. In Recoleta gibt es einen sehr imposanten Friedhof, auf dem die Toten in – ja man kann schon fast Häusern sagen, liegen. Auch wenn es doch ganz schön anzuschauen war, doch irgendwie etwas grotesk, wenn man daran denkt, dass die Toten hier bei weitem mondäner „hausen“ als der Durchschnitts-Argentinier. Palermo hingegen ist wohl der grünste Stadtteil Buenos Aires‘. Hier kann man durch viele Parks und Grünflächen schlendern, trotzdem dringt der Straßenlärm leider auch bis in die Parks hinein. Neben Stadtteilbezirken wie Soho oder Hollywood ist das Hipster-Viertel zum Großteil italienisch angehaucht. Hier haben wir uns erstmal eins der besten Helados gegönnt, das wir bis dato gegessen hatten. Eis ist neben den Barbecues ebenfalls etwas wofür die Argentinier berühmt sind und was sie verdammt nochmal richtig gut drauf haben. 💪

Mein absolutes Highlight in Buenos Aires bleibt allerdings (neben Fleisch und Eis 😉) das Reserva Ecologica, joggend ca. 10 Minuten von unserem Hostel Richtung Küste entfernt. Ein Stück Paradies in dieser hektischen Stadt, in das ausnahmsweise mal kein Straßenlärm drang, die Silhouette der Stadt jedoch trotzdem das ein oder andere mal durch die Bäume und Sträucher aufblitzte. Dennoch kamen wir hier jeden Tag sehr gerne zum Joggen und „Freeletten“ her und schauten uns dabei Flora und Fauna Argentiniens an und lauschten dabei dem Meer. 😊

Auch das Hostel, in dem wir nächtigten sollte noch Erwähnung finden. Das Streetart Hostel in San Telmo war wirklich ein schöner Einstieg in das Hostelhopping. 😀 Kunterbunt, super Mitarbeiter, die uns Tag und Nacht in wirklich gutem Englisch mit Rat und Tat zur Seite standen, gutes Frühstück und noch viel besseres Barbecue 😍 am zweiten Abend unserer Ankunft. Das Highlight: die Dachterrasse. Hier verbrachten wir die Nächte mit super netten und lustigen Leuten aus England, Frankreich, Brasilien und Chile. Mit einigen davon zogen wir eine Nacht noch weiter in einen Club in Buenos Aires. Dort ließ uns ein Mädel am Eingang auf die Gästeliste schreiben, warum hatten wir nicht verstanden, 😆 kamen dadurch aber umsonst rein. 👍 Bis auf die Leibesvisite und der Metalldetektor am Eingang, was zuerst schon etwas befremdlich war, unterschied sich der Club nicht wirklich von den Clubs bei uns in Deutschland – Musik, Alkohol, Getanze.

Nicht so rühmlich hingegen war der Abschied von Buenos Aires am Bahnhof Reteiro. Nachdem wir aus der U-Bahn ausgestiegen waren und uns etwas fragend umschauten, kamen zwei junge Männer auf uns zu und fragten, ob sie helfen könnten und dass dies hier kein wirklich sicherer Ort sei. Wir sagten ihnen, dass wir nur die 200 Meter zum terminal de buses wollten, worauf sie uns sagten wir sollten lieber ein Taxi nehmen. Wir guckten uns nur fragend an, weil wir den Bahnhof ja quasi schon sehen konnten. Sie empfahlen uns wenigstens die Sraßenseite zu wechseln und bloß mit niemandem hier zu reden. Etwas verwirrt wie ernst wir die Sache nehmen sollten, waren wir doch die letzten 7 Tage bei Tag und Nacht unbehelligt durch Buenos Aires gelaufen, liefen wir dann leider doch zu Fuß los. Plötzlich war ein Pulk Menschen um uns, redete auf uns ein, als wollten sie helfen oder sich entschuldigen oder etwas. Mir spuckte irgendwer direkt ins Gesicht und Kalle schmierten sie den kompletten Rucksack und die Hose mit einem senfartigen Zeugs voll. Auf Anraten der zwei von vorhin, liefen wir einfach schnurstracks und etwas schneller weiter, was im Nachhinein auch unser Glück war. Der „mustardtrick“ bezweckt nämlich genau das Gegenteil. Erst wirst du mit irgendwas vollgeschmiert, dann fragen sie ob sie dir helfen können und wenn du erstmal stehen geblieben bist und die Tasche zum Saubermachen abgenommen hast, bist du sie auch gleich darauf auf Nimmerwiedersehen los. Dann wäre die Reise nach nur einer Woche zu Ende gewesen. Mit diesem Schrecken in den Knochen waren wir dann auch froh, dass wir im Bus saßen und Buenos Aires hinter uns lassen konnten. 

P.S. Die erste Zeit danach war uns schon immer etwas mulmig zumute, vor allem im Dunkeln und in der Nähe von Bahnhöfen. Mittlerweile geht’s uns aber wieder sehr gut und wir haben keine Angst mehr. Es braucht sich also niemand Sorgen um uns zu machen. 😉 Trotzdem haben wir daraus gelernt, insbesondere an Busbahnhöfen, öffentlichen Parks und Flughäfen etwas wachsamer zu sein und uns besser über die zu vermeidenden Plätze einer Stadt zu informieren. Ab jetzt dann hoffentlich auch nur noch schöne Erfahrungen und Berichte.

Kleiner Nachtrag: Wir haben mittlerweile von 4 anderen deutschen gehört, dass ihnen das Gleiche wie uns passiert ist. Macht die Sache nicht besser, aber man fühlt sich nicht mehr ganz so schlecht. Geteiltes Leid ist eben doch halbes Leid, also in unserem Fall nur noch 1/5 so schlimm. 😀

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Lost in translation – 04.05.2017

Der Flug ✈ von Düsseldorf über London und Sao Paulo nach Buenos Aires verging doch schneller als gedacht. Nachdem der „etwas“ breitere, und nebenbei auch taubstumme, Mann neben uns ein Upgrade in die erste Klasse bekam und wir somit drei Sitze zur Verfügung hatten, ging ein Raunen der Freude von den billigen Plätzen bis in das Cockpit. Die Vorstellung 12 Stunden mit den Nieren dieses Mannes an meinem Unterarm zu verbringen, ließ bereits eine anfangende Trombose erahnen. Zum Glück, so konnte einer im Wechsel liegen und der andere sitzen. Manchmal ist es eben doch nicht verkehrt etwas kleiner zu sein. 😆

In Buenos Aires erwartete uns strahlender Sonnenschein 🌞 und unser erstes Abenteuer bereits am Anfang unserer Weltreise – die Busfahrt zum Hostel. 🚃 Nur mit einer schlecht automatisch übersetzten Wegbeschreibung zu unserem Hostel bewaffnet, stiegen wir nichtsahnend und mit voller Vorfreude in den Bus Nr. 45. Nur so viel vorweg, der richtige Bus war es immerhin schon. Gespannt schauten wir aus dem Fenster und stellten bereits nach drei Haltestellen fest, dass in Argentinien weder Durchsagen gemacht werden, welcher Halt als nächstes kommt, noch jede Bushaltestelle mit einem Namen ausgestattet war. So warteten wir geduldig bis die Namen auf unserem Ausdruck Av. 9 de Julio oder Av. Belgrano auftauchten.

Nach ca. 45 Minuten stand dann an jeder Haltestelle der Name Av. 9 de Julio, was uns etwas seltsam jedoch nicht weiter beunruhigend vorkam. Als die Haltestelle Belgrano auftauchte, entschieden wir uns sitzen zu bleiben und auf die Station Av. 9 de Julio zu warten, da diese als erstes auf unserem Zettel stand und demnach mit Sicherheit näher an unserem Hostel gelegen war. Dies schien uns zu diesem Zeitpunkt zumindest sehr logisch, erwies sich nach weiteren geduldig wartenden Minuten jedoch als falsch. 💡 So langsam dämmerte uns, dass wir höchstwahrscheinlich zu weit gefahren waren, was uns auch der Busfahrer mit einem „pasado“ (vorbei) bestätigte, nachdem wir uns endlich mit unseren drei Wörtern Spanisch trauten nachzufragen. Er empfahl uns auszusteigen und einfach auf der anderen Straßenseite den Bus in die andere Richtung zu nehmen.

Gesagt, getan. Wir also vollgepackt wie die Esel in „the Middle of Nowhere“ raus aus dem Bus und „totally lost in Buenos Aires“. 💪 Als wir uns dann nach links und rechts umschauten waren wir uns nicht mehr ganz sicher, ob es so eine gute Idee war, einfach irgendwo aus dem Bus auszusteigen, ohne wirklich zu wissen wo wir waren. 😨 Wir entschieden uns die große Straße entlang zu laufen, in der Hoffnung nicht ausgeraubt zu werden und einen Laden zu finden,  in dem wir ein „ticketa“ für den Bus bekommen würden.

Was ich nämlich bislang noch nicht erwähnt habe ist, dass man in Argentinien anscheinend eine elektronische Busfahrkarte kaufen und diese dann aufladen muss. Leider geht dies jedoch nicht beim Fahrer direkt, worauf uns ein netter Argentinier quasi zwangsweise zu dieser Busfahrt einlud, da er für uns die 6,50 Pesos Fahrt mit seiner Karte bezahlte, wir aber nur 100 Pesos-Scheine dabei hatten, die er uns nicht wechseln konnte. 🙈🙈🙈 Daraufhin bedankten wir uns tausend mal und hofften schnell aus dieser peinlichen Situation herauszukommen.

So liefen wir also diese Straße herunter und fanden nach kurzer Zeit auch einen wenig einladenden, mit Gitterstäben vor den Fenstern, aber immerhin geöffneten „kiosco“ vor dem ein mit Tattoos übersähter nach Kampfsport aussehender Mann stand. Mit mulmigem Gefühl jeder Zeit eins von hinten übergebraten zu bekommen näherten wir uns dem Kiosk und versuchten unser Glück zunächst auf Englisch. Weder die Kioskbesitzerin, noch der Mann sprachen natürlich Englisch, aber zum Glück hatte da anscheinend jemand mitgemacht und die Wörter Ticket und Bus international verständlich ausgesucht. 👌 Der Mann redete wie wild auf Spanisch auf uns ein und deutete uns an mit zur Straßenecke zu kommen. Dort hielt er jeden vorbeifahrenden Bus an und fragte, ob er uns für umsonst oder für 20 (seiner!) Pesos mitnehmen würde. Der dritte Busfahrer schien dann wohl endlich Mitleid mit uns vollgepackten Gringos zu haben und nahm uns mit einem freundlichen Lächeln in seinem Bus mit.

Wir verstanden mittlerweile, dass die Av. 9 de Julio die Linie bzw. Straße war, auf der sich die Haltestelle Belgrano befand. 😅 Dort (zum zweiten Mal) angekommen teilte uns der Busfahrer noch einmal höchstpersönlich mit, dass wir hier nun aussteigen müssen. Wir bedankten uns abermals und stiefelten los zum Hostel, nachdem wir glücklicherweise wifi im Bus hatten und ich via Google Maps einen Screenshot der Wegbeschreibung dorthin machen konnte. Fünf Minuten später waren wir dann auch im Hostel 🏨 angekommen, checkten ein und konnten endlich unsere Klamotten in die Ecke schmeißen.

Es stellte sich später übrigens heraus, dass man in der Gegend, in der wir uns verirrt hatten besser nicht ohne Guide herumlaufen sollte. Das Glück 🍀 schien also an diesem Tag noch auf unserer Seite gewesen zu sein.

Wie es uns dann letztendlich in Buenos Aires erging und was wir alles unternommen haben, dazu in den nächsten Tagen mehr …

ready steady … Ruhr goes on Tour – 03.05.2017

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Das Auto ist eingemottet. Die Stimmung steigt!😨
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Jetzt sind die Klamotten auch eingemottet. Krass wie wenig unsere Wohnung zusammengefaltet an Volumen ausmacht. 😱
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Bude blitzt und blank 🌟 … los geht’s
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… zum Bahnhof 🚄
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am Flughafen Düsseldorf angekommen 🙉
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schnell noch eingecheckt …
Flug Sao Paulo - Buenos Aires
und ab die Post nach Buenos Aires ✈

der Countdown läuft …

Na dann versuche ich das hier mal mit diesem Bloggen …

Noch einmal schlafen und dann ist es auch schon soweit… die letzten Vorbereitungen laufen und morgen gegen 21 Uhr geht es dann los Richtung Buenos Aires.

Die letzten Tage vergingen wie im Flug. Trotz Vorbereitung und zahlreicher To-Do-Listen war es dann am Ende doch noch ein wenig stressig.

Die Kisten sind gepackt und verstaut, die Wohnung geputzt und aufgeräumt … noch hält sich die Aufregung in Grenzen, das wird sich jedoch wahrscheinlich morgen auf dem Weg zum Flughafen ändern …

Der heutige Tag war nochmal mega anstrengend, deswegen werde ich jetzt auch ins Bettchen hüpfen und versuchen zu schlafen … in diesem Sinne … Schlaft gut und bis demnächst aus Argentina 🙂